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Close Look: Reale Renditen im Blick behalten, wenn die Inflation steigt


Was sind reale Renditen?

In Zeiten wie diesen, in denen die Inflationsrate stark anzieht, lohnt es sich, die realen Anlagerenditen genau im Blick zu behalten. Was genau ist eine reale Rendite? Vereinfacht gesagt handelt es sich dabei um den prozentualen Wertzuwachs einer Anlage abzüglich der Inflationsrate. Die reale Rendite berücksichtigt, in welchem Maß die Inflation den Wert von Anlagegewinnen im Laufe der Zeit schmälert. Diese Berechnung ist wichtig, denn sie ermöglicht es Anlegerinnen und Anlegern, einzuschätzen, welcher Gewinn tatsächlich erzielt wurde – mitunter als Gewinn „in realen Werten“ bezeichnet.

Warum sind reale Renditen wichtig?

Die nachstehende Grafik zeigt beispielhaft, dass es über einen bestimmten Zeitraum von zehn Jahren einen deutlichen Unterschied zwischen den nominalen (also dem ausgewiesenen prozentualen Wertzuwachs) und den realen Renditen von US-Aktien gibt. Wer sich bewusst macht, dass Renditen real und nicht nur nominal sein können, kann sich darauf konzentrieren, Anlagen mit einer höheren realen Rendite zu finden. Solche Anlagen schützen das künftige Wachstum des Portfolios.

Wertentwicklung von US-Aktien in nominalen und realen Werten

Quelle: Bloomberg, BNP Paribas Asset Management. Daten vom 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2025, in US-Dollar. Auf 100 zum Startdatum der Grafik umbasiert. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Hinweis auf künftige Renditen.

Wie ist die aktuelle Lage?

Der Konflikt im Nahen Osten löste eine Phase hoher Volatilität bei den Preisen für Rohöl und andere petrochemische Produkte aus. Dies führte zu wirtschaftlichen Schockwellen, da Öl einen erheblichen Bestandteil der Ausgaben ausmacht, und trieb die Inflationserwartungen nach oben. In der Folge stiegen auch die Prognosen für die Leitzinsen der Zentralbanken. Tatsächlich haben sowohl die Europäische Zentralbank als auch die Bank of Japan ihre Leitzinsen angehoben.

Wie reagierten die Märkte?

Die Anleihemärkte zeigten ihre typische Reaktion auf steigende Inflationsprognosen. Die Anleiherenditen stiegen, was bedeutet, dass die Kurse der Anleihen fielen. Die Aktienmärkte blieben im zweiten Quartal robust, getragen von der Begeisterung für den KI-Investitionssuperzyklus, auch wenn die Sorge vor höheren Zinsen einige Bewertungen an den Aktienmärkten dennoch belastet hat.

Wie geht es mit der Inflation weiter?

Die weitere Entwicklung der Lage im Nahen Osten ist schwer vorherzusagen, was Unsicherheit bei den Inflationsprognosen schafft. Die Zentralbanken werden die Wirtschaftsdaten genau beobachten und versuchen, auf Inflationsschübe so zu reagieren, wie sie es für angemessen halten. Bemerkenswert ist, dass die jüngsten Inflationszahlen in den USA zwar deutlich über den Zielwerten lagen, die US-Notenbank Federal Reserve jedoch weiterhin zögert, die geldpolitischen Hebel in Bewegung zu setzen – für den Fall, dass sich die aktuellen Inflationsprobleme als vorübergehend erweisen.

Unsere Einschätzung

Die Botschaft ist klar: Ob mit oder ohne Ölpreisschock – Anlegerinnen und Anleger sollten die Inflation stets im Blick behalten, denn steigende Inflationsraten zehren am realen Wert der Renditen einer Anlage. Unserer Ansicht nach sollten Anlegerinnen und Anleger ihre Portfolios stets schützen, indem sie in ein diversifiziertes Spektrum von Anlagen investieren, die Potenzial für positive reale Renditen bieten.