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The View - Aktuelles zur Anlageallokation

one month ago

Remi Lambert, Chief Investment Officer

Rémi Lambert
Chief Investment Officer

Makroökonomischer Hintergrund

Die Inflation in den USA ist weiter zurückgegangen und hat die Anleger in ihrer Meinung bestärkt, dass die Fed endlich zu einer eher zurückhaltenden Haltung übergeht. Die Notenbank hat angedeutet, dass es unwahrscheinlich ist, dass die Zinsen weiter steigen werden und die Märkte preisen Zinssenkungen in Höhe von 75 Basispunkten für 2024 ein. Im Gegensatz bleibt die Europäische Zentralbank restriktiver, was die Zinssätze betrifft. Dies war die Reaktion auf das hohe Lohnwachstum in der EU, das dazu geführt hat, dass die Inflation im Dezember nach einem siebenmonatigen Rückgang wieder gestiegen ist. Die Bank of Japan blieb der große Sonderfall. Sie behielt trotz wachsenden Drucks, die Geldpolitik zu normalisieren, ihre extrem lockere Haltung bei. Im starken Gegensatz zu anderen wichtigen Märkten hat China das zweite Quartal in Folge einen Rückgang des BIP-Deflators erlebt. Moody’s hat den Ausblick für das
A1-Schuldenrating des Landes auf negativ herabgestuft.

Markt Update

Die globalen Aktienmärkte haben das vierte Quartal 2023 mit einem deutlichen Plus geschlossen, angetrieben von der Hoffnung auf eine Zinssenkung 2024, angeführt von der Fed. Der S&P 500 schloss 2023 nahe seinem Allzeithoch. Die Renditen wurden durch Technologieunternehmen, die sich auf künstliche Intelligenz konzentrieren, angetrieben. Japanische Aktien entwickelten sich positiv, hinkten aber hinterher, da erwartet wurde, dass eine inländische Zinserhöhung die Vorteile des schwachen Yen für Exporteure zunichtemachen würde. Chinesische Aktien hatten zu kämpfen. Die Anleihenmärkte in den USA und Europa stiegen aufgrund der Ansicht, dass die US-Zinssätze wahrscheinlich nicht weiter steigen werden. Die Spreads haben sich sowohl auf den US- als auch auf den europäischen Märkten für Investment-Grade-Anleihen verengt, während die Märkte für Hochzinsanleihen ebenfalls einen Aufschwung erlebten. Der US-Dollar verlor aufgrund von Hoffnungen auf eine baldige Zinssenkung durch die Fed an Boden. Der japanische Yen hat seine Rally gegenüber dem US-Dollar fortgesetzt, angetrieben von Erwartungen, dass sich das Zinsgefälle 2024 verkleinern wird.

Unser Standpunkt

Der starke Endspurt 2023 hat an vielen Aktienmärkten für zweistellige Gewinne und bei US-Anleihen für die größten monatlichen Gewinne seit Langem gesorgt. Bessere Daten und weniger restriktive Kommentare der Zentralbanken haben die Rally unterstützt, genau wie die Begeisterung der Anleger und die saisonale Jahresendstimmung.

Wir werden wahrscheinlich unsere jüngste Positionierung bei Aktien nutzen, um einige Gewinne zu realisieren. Die Märkte sind schnell gestiegen und können anfällig sein, wenn die makroökonomischen Nachrichten die Erwartungen nach einer lockeren Geldpolitik und nach Zinssenkungen nicht erfüllen. Es ist auch schwierig, die Katalysatoren zu identifizieren, die den Aktienmarkt kurzfristig deutlich nach oben treiben werden. In der Tat könnte ihnen eine Phase der Reflexion und Konsolidierung bevorstehen. Aufgrund der steigenden Risiken weltweit einschließlich der wachsenden Unruhe im Nahen Osten und den möglichen Auswirkungen auf die Ölpreise, der anhaltenden Krise im chinesischen Immobiliensektor und einem Rückgang des Wirtschaftswachstums weltweit, da die Effekte höherer Zinssätze sich durchsetzen, halten wir es für ratsam, ein gewisses Risiko in den Portfolios zu reduzieren.

Wir sind zu einer neutralen Haltung bei Aktien zurückgekehrt, indem wir unsere Übergewichtung in US-Aktien nach der starken Outperformance angeführt durch die „Magnificent 7“ reduziert haben. Kurzfristig sehen wir keine wesentlichen Unterschiede in der Aktienperformance zwischen den Hauptregionen. Obwohl einige Probleme in China Anlass zur Sorge geben, behalten wir angesichts des hohen Bewertungsabschlags, mit dem die Schwellenländer derzeit gehandelt werden, unsere neutrale Position bei, da diese Region das Potenzial hat, eine bessere Performance zu erzielen. 

Im Bereich der festverzinslichen Wertpapiere, war die jüngste Rally am Anleihenmarkt zwar die Ausnahme (und könnte kurzfristig zu weit gegangen sein), aber angesichts der sich verbessernden Aussichten für die Geldpolitik und des Potenzials für Zinssenkungen in den kommenden Quartalen ist es schwer vorstellbar, dass die Anleihenmärkte in diesem Umfeld drastisch nachgeben. 

Wir haben das Risiko bei Aktien reduziert und stufen unser Engagement in hochverzinslichen Unternehmensanleihen und Schwellenländeranleihen wieder auf neutral, um das Risikoprofil in unseren Portfolios auszugleichen. 

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