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The View - Aktuelles zur Anlageallokation

9 months ago

Makroökonomischer Hintergrund

Die Inflation in den USA ist nach wie vor hoch. Das signalisiert vielen Marktteilnehmern, dass die Zinssätze der US-Notenbank weiterhin hoch bleiben und macht die Hoffnungen auf deutliche Zinssenkungen im Jahr 2024 zunichte. Die Tatsache, dass ein Stillstand der US-Regierung nur knapp verhindert wurde – er konnte zumindest bis Mitte November abgewendet werden – trug zu diesem Unbehagen bei. Die Europäische Zentralbank erhöhte die Zinssätze zum zehnten Mal innerhalb von 14 Monaten auf ein Rekordhoch von 4 %, signalisierte aber, dass dies wahrscheinlich die letzte Zinserhöhung im laufenden Zyklus sein wird. Die in China veröffentlichten Daten gaben Anlass zur Hoffnung, dass die chinesische Wirtschaft die Talsohle erreicht haben könnte. Die Ölpreise stiegen infolge der zunehmenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, liegen aber immer noch unter ihrem jüngsten Höchststand von fast 100 $ pro Barrel Ende September. 

Aktuelle Marktlage

Unter dem Eindruck der von der US-Notenbank verfolgten Geldpolitik der ‚für längere Zeit hohen Zinsen’ gaben die Aktien im September weltweit nach. Die Rendite des MSCI World Index betrug -4,4 %. Die Rendite des S&P 500 von -4,9 % war die bisher schwächste Monatsperformance des Index in diesem Jahr. Der Energiesektor schnitt mit zweistelligen Renditen am besten ab, während defensive Einkommenssektoren wie Immobilien und Versorger die Performance beeinträchtigten. Die europäischen Aktien gaben ebenso nach wie die chinesischen, obwohl die chinesische Regierung plant, die Kapitalverkehrskontrollen in den großen Städten Chinas zu lockern. Die Märkte der Schwellenländer schnitten vergleichsweise besser ab als die globalen Aktien, gingen aber ebenfalls zurück. Die Stärke des US-Dollars stellte einen besonders starken hemmenden Einfluss dar. Im Gegensatz dazu stieg der britische FTSE 100 im September an, was auf seine hohe Gewichtung von Energieunternehmen zurückzuführen ist.

Architas view

Der Standpunkt von Architas

Die Marktvolatilität hat zugenommen, da die Aussage der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), dass die Zinsen länger hoch bleiben dürften, die Stimmung drückt. Dies führte über weite Strecken des Septembers zu niedrigeren Anleihe- und Aktienkursen, was sich jedoch eher als mittelfristiges Risiko erweisen dürfte. In nächster Zeit dürften sich die Märkte weiterhin auf den sich verbessernden Inflationsausblick und die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit der USA konzentrieren. Beides erhöht die Wahrscheinlichkeit einer sanfteren Landung der US-Wirtschaft nach den zahlreichen Zinserhöhungen der letzten 18 Monate. 

Wir bleiben gegenüber Aktien neutral, bevorzugen aber auf relativer Basis weiterhin US-Aktien gegenüber denen aus der Eurozone. Aktien aus Japan halten wir ebenfalls für interessant. Der Yen wird zu etwa ¥150 pro US-Dollar gehandelt, ein Wert, der sich in der Vergangenheit als wichtiger Widerstand erwiesen hat. Die japanische Währung könnte an Wert gewinnen, insbesondere wenn die Bank of Japan interveniert, um sie zu stützen.

Unsere Besorgnis in Bezug auf die Schwellenländeraktien nimmt weiter zu. Wir werden verschiedene Möglichkeiten für Investitionen in der Region prüfen, insbesondere das Ausklammern des chinesischen Marktes, der einen übergroßen Einfluss auf die Renditen für diese Anlageklasse/Region hat. 

Bei den festverzinslichen Wertpapieren haben wir Schwellenländeranleihen herabgestuft, da sich das von für längere Zeit hohen Zinsen geprägte Umfeld, das den US-Dollar stärkt, als wachsender hemmender Einfluss für diese Anlageklasse erweisen dürfte. Im Hinblick auf Investment-Grade-Unternehmensanleihen und Hochzinsanleihen bleiben wir neutral.  Davon abgesehen bevorzugen wir weiterhin US-Staatsanleihen gegenüber Anleihen aus der Eurozone. 

Die jüngsten Zinserhöhungen haben dazu geführt, dass die kurzfristigen Geldmarktsätze so interessant sind wie seit langem nicht mehr. Da die Realrenditen bei nachlassender Inflation steigen, sind Bargeld- oder Geldmarktfonds im Vergleich zu Absolute-Return- oder ähnlichen alternativen Strategien interessant. Daher bevorzugen wir Barmittel gegenüber alternativen Anlagen, soweit die Portfolios dies zulassen.

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