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The View - Aktuelles zur Anlageallokation

11 months ago

Jaime Arguello, Chief Investment Officer

Jaime Arguello
Chief Investment Officer

Makroökonomischer Hintergrund

Die US-Notenbank (Fed) setzte im Juli ihren Zinserhöhungskurs fort und hob den Leitzins auf den höchsten Stand seit 22 Jahren an. Aufgrund der Abschwächung der Inflation in den USA betonte sie jedoch, dass zusätzliche Zinsschritte in diesem Jahr „datenabhängig“ sein werden. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of England erhöhten trotz sinkender Inflationsraten die Zinssätze. Die Bank of Japan unternahm einen überraschenden Schritt hin zu einer geldpolitischen Straffung, indem sie ihre Strategie zur Steuerung der Renditekurve anpasste, um ein größeres Maß an Flexibilität zu erreichen. Im Gegensatz dazu senkte die People's Bank of China den kurzfristigen Leitzins, um die wirtschaftliche Nachfrage anzukurbeln. 

Aktuelle Marktlage

Im Juli erholten sich die weltweiten Aktienmärkte aufgrund der Hoffnung auf eine sanfte Landung der US-Wirtschaft, bevor sie sich im weiteren Verlauf des Sommers durchwachsener entwickelten. Die Renditen von Staatsanleihen stiegen aufgrund robuster Konjunkturdaten leicht an. Bei der 10-jährigen US-Staatsanleihe erreichten sie mehr als 4 % und kletterten Mitte August auf ein 15-Jahreshoch, und bei der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe bewegten sich kontinuierlich oberhalb der Marke von 2,5 %. Die Zinsstrukturkurven blieben invertiert. Allerdings verringerte sich das Ausmaß der Inversion, was darauf hindeutet, dass in den USA mit einer moderateren Rezession zu rechnen ist. Rohöl der Sorte Brent kletterte auf über 85 USD pro Barrel, da die Märkte mit der Auflegung von Konjunkturprogrammen in China rechneten und die Produktionskürzungen der OPEC+ das Angebot einschränkten. Nachdem die Notenbanker auf der Fed-Sitzung vom Juli eine Verschärfung der Geldpolitik angedeutet hatten, erreichte der US-Dollar ein Zweimonatshoch. Auch beim Yen und Renminbi gingen die Marktteilnehmer von baldigen Interventionen der Notenbanken aus.

Architas view

Der Standpunkt von Architas

Die restriktive Rhetorik der Notenbanken deutet auf weitere Zinserhöhungen hin. Nachdem die Börsen in den USA seit Oktober 2022 um fast 30 % und in der Eurozone im gleichen Zeitraum um 27 % zugelegt haben, erscheinen uns die Märkte inzwischen leicht überbewertet. Der kurzfristige Aufwärtstrend bei Aktien könnte durch die Sommerflaute und den traditionell schwachen September begrenzt werden. Dennoch sind die makroökonomischen Rahmenbedingungen zunehmend günstig: die Inflationsaussichten verbessern sich, der Arbeitsmarkt bleibt stark, und auch die Wirtschaftsdaten sind vergleichsweise robust. Eine etwaige Marktkorrektur dürfte daher sowohl in ihrem Ausmaß als auch in ihrer Dauer begrenzt sein. Zwar könnten die restriktiven Töne in den Kommentaren der US-Notenbank (Fed) die Angst vor steigenden oder längerfristig hohen Zinssätzen schüren. Allerdings haben wir den Eindruck, dass die Fed und andere Notenbanken diese Rhetorik absichtlich beibehalten, um zu verhindern, dass die Märkte in Selbstzufriedenheit oder übermäßigen Optimismus verfallen. Dies wiederum könnte letztlich zu einer Lockerung der Finanzbedingungen führen.

Bei Aktien bleiben wir neutral positioniert, bevorzugen jedoch weiterhin die USA gegenüber der Eurozone. Wir halten die Rahmenbedingungen in den USA nach wie vor für günstiger als in der Eurozone. Dies gilt speziell für das Wachstum (das jenseits des Atlantiks höher ist), die Geldpolitik (die sich in der Eurozone restriktiver entwickeln dürfte) und den Anlagestil (der US-Markt ist stärker auf Qualität als auf zyklische/wertorientierte Sektoren ausgerichtet). Dennoch wäre es nicht überraschend, wenn es am US-Markt zu einer gewissen Rotation kommen würde, im Zuge derer die Notierungen auf breiterer Basis steigen würden. Aus diesem Grund verstärken wir unseren Fokus auf US-Aktien, indem wir Positionen außerhalb der Mega-Cap-Wachstumswerte und in breiteren Strategien wie All-Cap-Fonds oder gleichgewichteten Indizes eingehen.

Bei den festverzinslichen Wertpapieren behalten wir unsere neutrale Positionierung gegenüber US-Staatsanleihen bei. Die Renditen sind in den letzten Wochen gestiegen. Dies hatte einen Rückgang der Kurse zur Folge, die sich nun einem Niveau nähern, das seit 2007 nicht mehr gesehen wurde. Dennoch sind wir der Meinung, dass die Anleihekurse aufgrund der restriktiven Rhetorik der Fed und anderer Notenbanken von diesem Stand aus nicht mehr wesentlich steigen werden. Wir bleiben bei unserer leicht negativen Haltung gegenüber Staatsanleihen der Eurozone. Der Kampf gegen die Inflation bleibt für die EZB weiterhin oberste Priorität, und die Zinsschritte könnten höher ausfallen als von den Märkten erwartet.

Wir erwägen Gewinnmitnahmen bei Investment-Grade-Unternehmensanleihen, die wir seit Ende 2022 halten, da die Renditeaufschläge gegenüber Staatsanleihen in den letzten Monaten deutlich zurückgegangen sind.
Wir bleiben optimistisch in Bezug auf Schwellenländer-anleihen, deren Kreditspreads weiterhin attraktiv sind und die von einer Schwächephase des US-Dollars profitieren könnten. Ebenso behalten wir unsere neutrale Haltung gegenüber globalen Hochzinsanleihen bei, wobei wir den Märkten in der Eurozone den Vorzug geben.

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